Deutscher Gewerkschaftsbund

Was ist Entsendung?

DGB














Eine entsandte Beschäftigung ist die vorübergehende Arbeit einer Arbeitnehmerin oder eines Arbeitnehmers im Auftrag seines Arbeitgebers in einem anderen EU-Staat. Beschäftigte bleiben während der Entsendung bei ihrem Arbeitgeber angestellt und sind weiterhin in ihrem Herkunftsland sozialversichert. Die meisten entsandten Beschäftigten (42 Prozent) arbeiten nach Angaben des Europäischen Parlaments im Baugewerbe, 22 Prozent sind in der verarbeitenden Industrie tätig, 14 Prozent im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen, 10 Prozent im Bereich der Unternehmensdienstleistungen.

Der rechtliche Rahmen ist die Dienstleistungsfreiheit. Danach können europäische Unternehmen ihre Dienstleistungen in anderen EU-Mitgliedsstaaten anbieten und dazu Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsenden. Um eine Benachteiligung zu verhindern, hat die EU mit der Entsenderichtlinie von 1996 festgelegt, dass für entsandte Beschäftigte die arbeitsrechtlichen Mindestbestimmungen des Landes gelten, in dem sie arbeiten:

  • Mindestlohnsätze
  • Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten
  • bezahlter Mindestjahresurlaub
  • Bedingungen für die Überlassung von Arbeitskräften durch Leiharbeitsunternehmen
  • Sicherheit, Gesundheitsschutz und Hygiene am Arbeitsplatz
  • Gleichbehandlung von Männern und Frauen

Im deutschen Arbeitnehmer-Entsendegesetz, mit dem die EU-Richtlinie in nationales Recht überführt wurde, ist festgeschrieben, dass Branchenmindestlöhne zu zahlen sind. In der Praxis werden entsandte Beschäftigte oft schlechter bezahlt als reguläre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In Deutschland erhalten sie nach einer Schätzung der Europäischen Kommission bis zu 50 Prozent weniger Lohn. Eine Ursache dafür ist, dass entsandte Beschäftigte generell nur nach geltenden Mindestlohnbedingungen bezahlt werden. Darüber hinausgehende Lohnbestandteile bzw. in Deutschland gültige Branchentarife werden auf sie häufig nicht angewendet.

Mit der im Mai 2018 verabschiedeten Reform der Entsenderichtlinie soll künftig überall der Grundsatz gelten: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“. Dies muss allerdings noch in das nationale Recht überführt werden. Zudem wird voraussichtlich der internationale Straßentransport nicht aufgenommen werden.

Neben der ungleichen Entlohnung sind entsandte Beschäftigte mit illegalen Praktiken konfrontiert: Arbeitgeber melden ihre Beschäftigten mitunter nicht für die Sozialversicherung an, die dafür notwendigen A1-Bescheinigungen werden gefälscht. Teilweise handelt es sich bei diesen Unternehmen um eigens für das Geschäft mit der Entsendung gegründete Briefkastenfirmen, die unübersichtliche Subunternehmerketten bilden.

Kontakt

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Hans-Böckler-Straße 39, 40476 Düsseldorf
E-Mail michaela.daelken@dgb-bildungswerk.de
Telefon +49 211 4301-198

 

DGB-Projekt Faire Mobilität
Dominique John
Kapweg 4, 13405 Berlin
E-Mail mobilitaet@dgb.de
Telefon +49 30 21240540

Förderung

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Diese Veröffentlichung wurde durch das Europäische Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) finanziell gefördert. Die Inhalte entsprechen möglicherweise nicht den offiziellen Positionen der Europäischen Kommission.